In Böhmen, im Westen der Tschechischen Republik gelegen, befindet sich ein einzigartiges Biotop. Kundige Mönche und Handwerker legten hier im Mittelalter aus ineinanderfließenden Teichen und Kanälen ein bis heute funktionierendes Bewässerungssystem an. Es bietet zahlreichen Vogelarten, Fischen und selten gewordenen Säugetieren eine Lebensgrundlage.

Die Region Böhmen im Herzen Europas wurde etwa 580 v. Chr. von dem keltischen Stamm der Boier besiedelt und liegt heute in Tschechien. Im 12. Jahrhundert fischten Mönche in der Donau Karpfen und setzten sie in den Flüssen und Sümpfen Böhmens wieder aus. Schon bald entstand eine einzigartige Kulturlandschaft, ein komplexes System aus Dämmen und Kanälen, das eine ständige Versorgung mit Süßwasser sicherstellte. Heute ist dieses Bewässerungssystem fester Bestandteil der Kultur und Tradition der Region. Die künstlich angelegten Sümpfe sind ein Paradies für Flora und Fauna. Hier leben über 150 Vogelarten - und seltene Säugetiere wie der in Europa fast ausgestorbene Elch haben hier eine Heimat gefunden. Im "Land der hundert Teiche" wurde die Natur durch den Eingriff des Menschen nicht zerstört, sondern bereichert. Die Dokumentation führt durch dieses faszinierende Ökosystem, in dem unberührte Natur und nachhaltige Landwirtschaft harmonisch ineinandergreifen und ein einzigartiges Biotop und ein Natur- und Kulturparadies mitten in Europa bilden.

Ein Film von Jiri Petr und Michael Schlamberger
Sendung: hr-fernsehen, "Böhmen – Land der hundert Teiche", 26.01.2020, 10:35 Uhr