Flip-Flops, Tattoos und ein schreiend buntes Surfbrett unterm Arm. Das ist China! Wer auf der Tropeninsel Hainan ankommt, hat den Eindruck, er habe die Volksrepublik verlassen. Coole Surfer, lässige Strandbars und türkisgrüne Wellen, die junge Surfer gekonnt abreiten. Eher Hawaii als Houhai. Hainan ist Wahlheimat von Darci Liu. Sie ist Chinas erste Profi-Surferin mit internationalen Sponsoren. Eigentlich stammt sie aus Zentralchina, aus Hubei. Weit und breit kein Meer. „Hätte ich das Surfen nicht entdeckt, wäre ich jetzt wahrscheinlich in irgendeiner chinesischen Stadt Ehefrau und Mutter und würde mich entsetzlich langweilen“, sagt sie. Stattdessen ist die 34-Jährige leidenschaftliche Inselbewohnerin, Surferin und Techno-DJane. Doch seit drei Jahren sind die lässigen Surfpioniere der Bucht von Houhai nicht mehr allein. Die Kommunistische Partei hat das Potential des Wellenreitens entdeckt: Etwas nördlich der Bucht wurde ein Nationales Trainingszentrum aus dem Boden gestampft. Dort trainieren Jugendliche aus ganz China hart für künftige Erfolge der Nation. Das Kalkül der Regierung: Surfen ist weltweit „hip“ und ab 2021 sogar olympische Disziplin. Auch auf diesem Feld will China seine Überlegenheit demonstrieren. Das Ziel: Olympia-Medaillen.