Alltag auf dem Bauernhof – allerdings auf einem "etwas anderen" Gehöft: Es erinnert an längst vergangene Tage. Denn statt Massentierhaltung haben hier die Tiere noch viel Platz. Normalerweise bestimmen die Menschen, wo es mit dem Vieh lang geht, doch auf diesem Hof können die Tiere ein Stück weit ihre eigenen Herren sein, vor allem wenn der Bauer einmal nicht guckt. Dann nutzen sie die Gelegenheit und gehen voller Abenteuerlust auf Entdeckungsreise.

Bei der Erkundung ihrer Farm und der Umgebung erleben die Hof-Tiere viele Abenteuer und treffen bei ihren Ausflügen auch auf zahlreiche wilde Tiere: Der Haus-Eber muss sich gegen ein Wildschweinmännchen behaupten, die Hühner haben ein erschreckendes Erlebnis mit einer Ringelnatter, und das Kaninchen bereut schnell das waghalsige Verlassen seines Stalles. Neben den Erlebnissen werden auch sehr intime Momente bei den Tieren mit der Kamera eingefangen, etwa die Geburt der kleinen Ferkel, das Schlüpfen eines Kükens und der Augenblick, in dem das gerade geborene Fohlen das erste Mal auf seinen wackeligen Beinen steht. In Anlehnung an den Kinofilm "Die wilde Farm" erzählt "Der Hof der wilden Tiere" die Geschichte eines Bauernhofs, so, wie es ihn vielleicht früher einmal gab. Der Film liefert rührende Einblicke in den Alltag eines heutzutage gar nicht mehr so alltäglichen landwirtschaftlichen Betriebs – Schweine, Hühner, Katzen, Kaninchen: Tiere, die jeder glaubt zu kennen. Tatsächlich weiß jedoch kaum jemand noch etwas über das natürliche Verhalten vieler Nutztiere.

Einfühlsam und mit beeindruckenden Bildern beleuchtet der Film die Hofbewohner aus einer anderen Perspektive. "Der Hof der wilden Tiere" kritisiert nicht mit erhobenem Zeigefinger die Massentierhaltung. Der Film entwickelt vielmehr mit einem Augenzwinkern eine fiktive Vision, wie Tierhaltung auch aussehen könnte.

Ein Film von Gunnar Dedio