Der Film begleitet Ulrich Tukur durch Deutschland, Frankreich, Italien und Griechenland. Der private Zugang zu ihm ermöglicht einen sehr persönlichen Blick hinter den Showmenschen. Die Autorin spricht mit ihm über sein von vielen Umbrüchen begleitetes Leben, sein „Scheitern“ als Familienmensch und seinen ersten Roman "Der Ursprung der Welt", der im Oktober 2019 erschienen ist.

Und schließlich wird er an zwei Filmsets beobachtet, bei Dreharbeiten zur Beziehungskomödie "Und wer nimmt den Hund" mit dem Regisseur Rainer Kaufmann in Hamburg und in Athen für seinen vierten Film unter der Regie von Costa Gavras. Ulrich Tukur ist eine Ausnahmepersönlichkeit und ein Allroundtalent. Er schauspielert, singt, spielt Klavier und Akkordeon, schreibt und kann sehr überzeugend auch das Böse darstellen. Als Sohn eines Ingenieurs und einer Lehrerin wuchs er eher konservativ auf. Er galt als Enfant terrible der Familie, wollte nicht klassische Stücke auf dem Klavier spielen, sondern lieber Jazz.

Er brach das Germanistikstudium in Tübingen ab, erwies sich auf der Schauspielschule in Stuttgart als unbegabt, bis er 1982 von Michael Verhoeven für den Film „Die weiße Rose“ entdeckt wurde. Danach kam Regisseur Peter Zadek und machte ihn zum Star auf der Bühne. Der mittlerweile 63-jährige Schauspieler Tukur liebt den Wandel, die Bewegung, die Rastlosigkeit. Trotz seiner Erfolge auf der Bühne, trotz Preisen und Ehrungen zuhauf, spielt er nicht mehr Theater: „Ich habe den Kontakt zum Theater weitgehend verloren, seit dieses Schrei- und Konzepttheater losging.“ Auf der Bühne steht er nur noch als Musiker mit seinen Rhythmus Boys: „Am meisten Spaß hat mir immer Musik gemacht, wenn es dann groovt und swingt und zusammengeht. Das ist einfach toll!“, schwärmt Tukur über die Musik mit seiner Boy-Group. Der Film begleitet ihn auch auf die Bühne der Elbphilharmonie.

Ein Film von Eva Gerberding
Sendung: hr-fernsehen, "Der Schauspieler Ulrich Tukur", 29.08.2021, 07:10 Uhr