Wie konnten die Römer in Sandalen ein Weltreich erobern? Wie entbehrungsreich und gefährlich war ein Gladiatorenleben? Wie schmeckte das Essen bei den Römern, und wie lebte es sich in einer römischen Provinzstadt? Antworten auf diese Fragen findet Moderatorin Lena Ganschow auf einer Reise in die römische Vergangenheit.

Trier, Mainz, Hechingen-Stein, Germersheim und viele andere Orte bergen römische Spuren, die bis heute erhalten sind. Auf ihrer Reise durch die ehemaligen germanischen Provinzen zeigt Lena Ganschow, wie die Römer hierher kamen und wie sie Kultur und Geschichte prägten. Sie lässt an archäologischen Experimenten teilhaben, etwa wenn unter der Leitung von Prof. Christoph Schäfer der Nachbau eines römischen Patrouille-Schiffs auf dem Rhein getestet wird oder wenn ein römisches Wohnhaus nachgebaut wird.

Mit Hilfe von aufwändigen Reenactments und 3-D-Rekonstruktionen lässt der Film die Welt von damals wieder auferstehen. Es entsteht ein faszinierendes Bild von der Kultur und dem Alltagsleben der Römer in den germanischen Provinzen. Lena Ganschows Spurensuche beginnt in den Alpen. Über den Fernpass waren die römischen Legionen nach Germanien vorgedrungen. Ihr Schuhwerk: Sandalen. Eine Truppe "Hobby-Römer" testet unter wissenschaftlicher Aufsicht die Ausrüstung der Legionäre - und nicht nur das Schuhwerk.

Auch die Waffen - von Pilum und Schild bis zum Katapult - werden unter die Lupe genommen. Die wissenschaftlichen Waffen-Experimente begleiten Naturwissenschaftler des Fraunhofer-Instituts in Kandern. Sie messen mit modernsten Methoden Durchschlagskraft, Geschwindigkeit und Reichweite der antiken Waffen. Diese Tests machen klar: Die Römer waren den "Barbaren", wie sie unsere Vorfahren nannten, waffentechnisch haushoch überlegen, und sie bauten auf klare Organisationstrukturen innerhalb einer Berufsarmee.

Nur einmal, in der so genannten Varus-Schlacht, mussten sie eine herbe Niederlage gegen die Germanen hinnehmen. Doch wie gelang es den Römern, die germanischen Provinzen über Jahrhunderte gegen Angreifer aus dem freien Germanien zu sichern? Mit einer unglaublichen Präzision errichteten sie den 550 Kilometer langen Grenzwall, den Limes, dessen Spuren noch heute sichtbar sind und der zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört.

Daneben waren es die Flüsse, Rhein und Donau, die als "nasse Grenze" Schutz boten - aber nur, wenn sie gut bewacht wurden, etwa mit schnellen Patrouillenbooten, wie das "Navis Lusoria". Aus geborgenen römischen Schiffswracks erarbeitet ein Expertengremium Baupläne und rekonstruiert dieses historische Schiff. Der Film begleitet die Arbeit bis zu den ersten Testfahrten, an denen auch Lena Ganschow beteiligt ist und feststellt, dass das Rudern auf einem römischen Kriegsschiff ganz schön anstrengend gewesen sein muss.

Die Straßen erschlossen die römische Welt hinter den Flüssen, auch in den germanischen Provinzen, mit Raststationen an den Hauptverbindungsstraßen. In Hechingen-Stein wird eine solche Raststation seit etlichen Jahren ausgegraben. Sie war gleichzeitig Teil einer "villa rustica", eines römischen Landguts. So konnten die Reisenden mit Produkten vom eigenen Hof verwöhnt werden. Noch heute können Besucher hier erfahren, wie großzügig die Römer gebaut haben: Das Landgut in Hechingen-Stein verfügte nicht nur über ein prächtiges Verwaltungsgebäude, sondern auch über Werkstätten, Ställe, einen Tempelbezirk und sogar eine eigene Brauerei.

Auf ihrer Spurensuche stehen Lena Ganschow als Experten unter anderem der rheinland-pfälzische Landesarchäologe Gerd Rupprecht, Dr. Martin Kemkes vom Archäologischen Landesmuseum Baden-Württemberg und Prof. Dr. Christoph Schäfer von der Universität Trier zur Seite.


(Der 2. Teil folgt am 19. August.)