Es ist das Jahr 2012 - Der chinesische Immobilienmarkt boomt, Präsident Xi Jinping spricht vom chinesischen Traum. Doch nur wenige Jahre später droht der Traum zu platzen. Statt lebhafter Metropolen entstehen immer mehr Geisterstädte, frustrierte Haus- und Wohnungseigentümer gehen aus Protest auf die Straße, Geschäftszweige drohen zu kollabieren. In seinem bewegenden Dokumentarfilm DREAM EMPIRE gewährt Filmemacher David Borenstein einen persönlichen Blick hinter den glamourösen Schein der chinesischen Immobilienindustrie. Im Mittelpunkt des Films steht Yana. Die vom Land stammende junge Frau begibt sich nach Chongqing, um ihren persönlichen "Chinesischen Traum" zu leben. Angezogen vom Glanz und dem schnellen Geld des historischen Immobilienbooms, gründet sie gemeinsam mit einem Freund eine Firma, die ausländische Schauspieler für große PR-Events vermittelt. Unterwegs im Nachtleben Chongqings wirbt Yana Schauspieler für ihre Firma an. Das einzig wichtige Kriterium: sie müssen Internationalität ausstrahlen. Je internationaler der Look, desto beliebter sind sie bei Yanas Kunden, den Immobilienunternehmen. Yana verpasst ihren Schauspielern eine an die Wünsche der Klienten angepasste Identität und vermarktet sie direkt auf verschiedenen Immobilienmessen. Die Schauspieler werden für verschiedene Tanz- und Musik-Shows auf "House-Opening" Events gebucht. Das Können spielt keine Rolle, allein ein ausländisches Aussehen soll potenzielle chinesische Käufer von den angepriesenen Wohnungen und ihrem internationalen Flair überzeugen. Nur wenige Jahre später macht sich die chronische Überkapazität der chinesischen Immobilienfirmen langsam bemerkbar. Da die Städte übersättigt sind, zieht es die Baufirmen aufs Land. Dort sollen in kürzester Zeit moderne, internationale Metropolen geschaffen werden. Doch statt belebter Wohnsiedlungen entstehen immer mehr Geisterstädte. Die Fassade bröckelt, Käufer fühlen sich um ihr Geld betrogen und protestieren, die Immobilienblase droht zu platzen. Als Yana merkt, mit welchem Ziel ihre Schauspieler gebucht werden, ist sie erschüttert und beginnt zu zweifeln. Schließlich bleibt ihr nichts anderes übrig, als ihren Anteil am Unternehmen zu verkaufen. DREAM EMPIRE ist eine packende persönliche Geschichte, die gleichzeitig als Chronologie eines ökonomischen Absturzes begriffen werden kann. Der Einblick in die Mechanismen des chinesischen Immobilienmarktes ist außergewöhnlich.