Der Sansibar-Archipel ist eine Gruppe von drei größeren und mehreren kleineren Inseln vor der Küste Tansanias. Benannt ist er nach der größten und bekanntesten Insel Sansibar, die heute offiziell Unguja heißt. Die Inseln gehören zu Tansania, und es verkehren täglich mehrere Fähren und moderne Schnellboote zwischen Dar es Salam auf dem Festland und Sansibar-Stadt. Daneben kommt aber den traditionellen Dhau-Fähren bis heute eine wesentliche Rolle beim Warentransport und dem Personenverkehr zwischen den einzelnen Inseln des Archipels zu. Dhau ist kein bestimmter Schiffstyp, sondern eine Sammelbezeichnung für eine Vielzahl unterschiedlicher Segelschiffe aus Holz in zahlreichen Größen, die seit etwa tausend Jahren fast unverändert gebaut werden. Typisches gemeinsames Merkmal ist ein langer und flacher, schräg aus dem Kiel hervorgehender Vorsteven. So nennt sich der vordere Abschluss eines Schiffes, an dem die beiden Bordwände zusammenkommen. Daneben besitzen Dhaus meist trapezförmige Segel. Die größte Bauart einer Dhau ist eine Jahuzi, die hier vorwiegend als Fähre für Waren und Personen eingesetzt wird. Sie hat so viel Tiefgang, dass sie nicht direkt an der flachen Küste Sansibars anlegen kann, und liegt fast immer draußen vor Anker, denn Häfen mit Anleger gibt es in dem Archipel nur wenige. Und so ist schon das Beladen einer solchen Dhau ein kleines Abenteuer für sich. Sämtliche zu transportierenden Güter müssen durch das brusthohe Wasser bis zum Ankerplatz getragen werden – und auch die Passagiere müssen auf diesem Weg das Schiff besteigen. Direkt am Strand im Nordwesten von Sansibar liegt die größte Dhau-Werft des Archipels. Hier werden jedes Jahr Dutzende Boote in traditioneller Bauweise und verschiedenen Größen gefertigt. In dieser Region wachsen auch die Bäume, deren Holz sich gut für den Bootsbau eignet. Trotz einfachster Werkzeuge beträgt die Produktionszeit für eine Dhau gerade mal zwei bis drei Monate. Angetrieben werden die Fähren meist nur mit Hilfe ihrer Segel, obwohl sie in aller Regel auch einen kleinen Außenbordmotor haben. Aber Treibstoff ist teuer – und Wind kostet nichts. Dann dauert die Überfahrt bei Flaute eben ein bisschen länger. Die Passagiere nehmen es mit Gelassenheit. Der Film schildert das Leben und den Alltag im Sansibar-Archipel, der beim Verkehr zwischen den Inseln vor allem geprägt ist von der Nutzung der Dhau-Boote. Er zeigt eine Welt, in der längst die Moderne Einzug gehalten hat, aber die jahrhundertalte Bauweise der Fähren heute und auch in nächster Zukunft noch unverzichtbar ist für den funktionierenden Warenaustausch und den Transport der Menschen.