Der protestantisch getaufte Felix Mendelssohn-Bartholdy war gerade einmal 23 Jahre alt, als der seine "Symphonie zur Feier der Kirchenrevolution" 1832 in der Berliner Singakademie zur Uraufführung brachte. Komponiert hatte er sie bereits zwei Jahre zuvor anlässlich der 300-Jahr- Feier der "Confessio Augustana", die 1532 auf dem Reichstag in Augsburg verlesen worden war. Die auch auf Deutschland übergreifenden Wirren der französischen Juli-Revolution verhinderten die Feierlichkeiten, und somit kam auch die Sinfonie im Jubiläumsjahr nicht zur Aufführung. Das Quintmotiv des "Dresdner Amen" wir gleich im ersten Satz zum Thema des gesamten Werks erhoben. Richard Wagner hat es später als "Gralsmotiv" in seinen "Parsifal" übernommen. Nach einem tänzerischen Scherzo und einem nur mit Streichern besetzten Andante erklingt dann im Finale ein Fortissimo der Bläser mit dem Choral "Ein feste Burg ist unser Gott". Mendelssohn wollte dem Reformator damit gewissermaßen ein Denkmal setzten. Seine d-Moll Sinfonie wird deshalb auch "Reformations-Sinfonie" genannt. In einer Aufzeichnung aus dem Dom zu Lübeck spielt das NDR-Sinfonieorchester und der Leitung von John Eliot Gardiner.