Was geschieht, wenn ein Lebewesen stirbt in den Tiefen des Waldes? Hirsche, Wildschweine, Mäuse, Käfer, Fliegen, Wespen und viele Andere – wie hängen sie alle zusammen? Diesen spannenden Fragen widmet sich ein Forscherteam im Nationalpark Bayerischer Wald. Klar ist, dass ein totes Tier erstmal ein grandioses Festmahl für die Lebenden ist. Doch die Wissenschaftler hier wollen genau wissen, was in freier Wildbahn mit Kadavern passiert.

Denn jeder Tod bedeutet Leben für zigtausende andere Lebewesen: es ist der Anfang eines komplexen Kreislaufs, auf den wir alle angewiesen sind. Trotzdem wissen wir recht wenig über die Tiere, die nach dem Tod einen Körper besiedeln, über die Organismen, die die Chemie des Körpers grundlegend verändern, und die Pflanzen, die die wertvollen Nährstoffe weiter verwerten. Der Film „Festmahl der Tiere“ offenbart uns eine fremde Welt, in der verendete Tierkörper zu behaglichen Refugien für Kleinlebewesen werden, und sich als praktische Fast-Food Restaurants für andere Opportunisten entpuppen - solange der Vorrat reicht. Dabei erleben wir mitunter auch bekannte Tiere wie die Schmeißfliege oder den Totengräberkäfer von einer ganz neuen, erstaunlichen Seite. Und obwohl wir das beeindruckende Schauspiel am Tierkadaver praktisch nie geboten kriegen, findet es doch täglich und überall statt - von der verendeten Maus im Garten bis zum riesigen Körper der toten Rotwildkuh. Aber statt düsterer Geschichten über den Tod zu erzählen, geht es in diesem Film darum, das Leben in den Fokus zu stellen und zu erzählen, wie jeder Körper die Basis für zahlreiche Nahrungsketten stellt. Ein Film über das Leben nach dem Tod.

Tier- und Naturfilm von Daniela Pulverer