Wo Bäume eine Seele haben, das Meer Land und Leute prägt und durch gemeinschaftliches Singen eine Revolution gelang – dort ist Estland. Ein Fernsehteam begleitet Junianna und Paula, zwei junge Estinnen, bei einem Spaziergang durch unberührte, fast mystische Wälder, bei einem Stadtbummel durch die Hauptstadt Tallinn, auf den Spuren unterschiedlicher Ethnien wie Dänen, Schweden, Polen, Russen oder Deutschen. Die deutsche Sprache scheint bei der Jugend gefragt und wird eifrig gepaukt, dafür steht Junianna stellvertretend. Für sie eröffnete sich dadurch ein Stipendium für ein Studium in München. Paula dagegen ist nach Jahren in Südamerika, Finnland und Berlin wieder nach Estland zurückgekehrt, um sich in den Dienst des Werkes des estnischen Komponisten Pärt im Arvo Pärt Centre zu stellen – mit einem Büro mitten im Wald. Überhaupt gilt Musik als wichtiges Kulturgut der Esten. Als "singende Revolution" ging der Widerstand gegen die russischen Besatzer Ende der 1980er-Jahre in die Geschichte ein, 1991 kam es dann zur Unabhängigkeit. Und der Freiheitswille der Esten zeigt sich über all die Jahrhunderte als unbezwingbar.