Der Hohe Dom zu Paderborn: Seit dem 13. Jahrhundert ist er die bedeutendste Kathedrale Ostwestfalens und der Mittelpunkt des Lebens in der über 1.200 Jahre alten Bischofsstadt. Der romanisch-gotische Dom ist sowohl geographisches Zentrum als auch geistiger Fixpunkt für die meisten der rund 150.000 Paderborner. Egal ob streng gläubig oder nicht, der Dom gehört zum Paderborner Alltag. Das wertvollste im Dom sind die Reliquien des heiligen Liborius. Er ist der erste unter den drei Schutzpatronen des Doms. Die Gebeine des Heiligen wurden 836 in einer feierlichen Prozession aus dem französischen Le Mans nach Paderborn gebracht, um die ungläubigen Sachsen im Osten des Reichs von Karl dem Großen zu missionieren. Seine Reliquien liegen während des Jahres tief unten im ältesten Teil des Domes: in der Krypta. Dort werden sie in einem kleinen Kasten aus Ebenholz aufbewahrt - sie sind das Herz der Kathedrale, ohne Liborius kein Paderborn in seiner heutigen Bedeutung. In jedem Jahr feiern die Paderborner die Auferstehung des Heiligen mit einer großen Prozession und dem neuntägigen Libori-Fest Ende Juli. Das ist der Höhepunkt des geistlichen wie weltlichen Jahres in dieser längst nicht mehr katholischsten Stadt in NRW. Nach dem feierlichen Auftakt im Dom, bei dem die Gebeine des Heiligen aus der Krypta in den Dom gebracht und zur Verehrung durch die Gläubigen im Altarbereich des Domes aufgestellt werden, startet auf dem Domplatz und den angrenzenden Gassen seit Jahrhunderten das größte und bunteste Volksfest der Region mit Jahrmarkt und Kirmes. 1,5 Millionen Besucher kommen, um Libori zu feiern. Paderborn verwandelt sich in diesen neun Tagen in ein riesiges Open-Air-Festgelände, mitten in der Innenstadt. Für die Paderborner ist es die "fünfte Jahreszeit", in der die oft als verschlafen geltende Stadt ihr mediterranes Gesicht zeigt. Das Leben spielt sich draußen ab, die Menschen feiern, lachen, essen und trinken zusammen. Kirche und Welt vermischen sich - und das alles rund um den Dom. Der Film erzählt von der Paderborner Einzigartigkeit des Liborifestes und präsentiert den Dom als einen Ort mit ganz besonderer Aura. Es ist eine besondere Beziehung von Kathedrale und Libori, von der Faszination von Fest und Heiligem bis heute ausgeht. Außerdem hat der Dom auch seine Geheimnisse und Besonderheiten: wie die Katakomben unter dem Dom oder den über 90 Meter langen Dachstuhl. Und modern zeigt sich der Dom mit überraschenden Sonderveranstaltungen wie einem Escape-Room-Spiel oder einer nächtlichen Taschenlampen-Führung. Der Hohe Dom zu Paderborn ist bis heute weit mehr als ein Wahrzeichen aus Staub, Steinen und Gebeinen. Geistliche und Experten wie Dompropst Monsignore Joachim Göbel oder Diözesanbaumeisterin Carmen Matery-Meding, deren Arbeitsplatz die Kathedrale ist, erzählen davon. Aber auch Menschen aus Paderborn, wie der Kabarettist Erwin Grosche, der Schausteller Otto Bröckling, der seit seiner Kindheit auf der Libori-Kirmes arbeitet und der wohnungslose Silvio, der jeden Tag an der Dompforte steht und die Besucher begrüßt.