Die Äußeren Hebriden sind eine abgelegene Inselwelt am Rande Europas. In einem 150 Kilometer langen Bogen erstrecken sie sich vor der Westküste Schottlands. Roddy Campbell lebt mit seiner Frau Mairi und vier Kindern in dem kleinen Dorf Drinishader an der Ostküste der Insel Harris.

Er ist Fischer, seine Frau versorgt die Kinder und das Haus. Außerdem bieten die Campbells Reisenden Unterkunft in ihrer kleinen Herberge an. Roddys Mutter Kate arbeitet als Weberin, sie produziert den traditionellen Harris-Tweed. Ihren alten Webstuhl muss Kate noch über die Fußpedale antreiben. Anregungen für neue Muster und Farben holt sich die gläubige Frau in ihren Musterbüchern, vor allem aber in Gottes freier Natur. Roddys älteste Tochter Alyson ist zwölf Jahre alt und will von der alten Sprache der Äußeren Hebriden, dem Gälischen, nichts wissen. Sie lebt in einer englisch geprägten Kultur, in der das Gälische zum Aussterben verurteilt ist. Alysons Freundin Tamy Gibbs ist mit ihrer Familie von Südafrika auf die Hebriden gezogen. Ihre Mutter Pippa will den Kindern ein Aufwachsen in gewaltfreier Umgebung ermöglichen. Pippa plant, mit Tourismus Geld zu verdienen. Dazu trainiert sie gerade zwei junge Lamas, die im Sommer mit Touristen und Führern auf kurze Wanderungen geschickt werden sollen. Der nur über O-Töne der Protagonisten erzählte Film vermittelt ein authentisches Bild vom Leben in der Abgeschiedenheit am Rande Europas: ein Leben in engem Kontakt mit der Natur, weit entfernt von der Hektik der großen Städte, in die es die Kinder der Campbells und Gibbs' vermutlich eines Tages ziehen wird.

Sendung: hr-fernsehen, "Inselleben auf den Äußeren Hebriden – Island Lives", 20.05.2021, 07:35 Uhr