Landshut ist eine der ältesten und auch schönsten Städte Bayerns. Rund 600 Baudenkmäler gibt es zu bewundern, und seitdem in den beiden Prachtstraßen Fußgängerzonen eingerichtet wurden, wirkt alles noch viel schöner. Eine perfekte Kulisse für die „Landshuter Fürstenhochzeit“: Das historische Festspiel findet alle vier Jahre statt und zieht mittlerweile rund 100.000 Besucher aus aller Welt an.

Weil die Stadt so schön ist, der Flughafen nur eine halbe Stunde entfernt und die Immobilienpreise nicht so exorbitant hoch wie im 70 Kilometer entfernten München, wollen immer mehr Leute in Landshut leben. Historische Gebäude lassen sich aber nur gut verkaufen und vermieten, wenn sie aufwendig saniert sind und modernen Wohnkomfort bieten. Deswegen wurde hinter den Fassaden fleißig renoviert, teilweise ganz entkernt, so manches alte Bauwerk durch einen historisch anmutenden Neubau ersetzt, und große Schaufenster reißen Löcher in die alten Gemäuer. Fremden fällt das oft gar nicht auf, aber geschichtsbewussten Bürgern ist das ein Dorn im Auge. Gabriele Mooser hat sich in Landshut umgeschaut und ihren früheren BR-Kollegen Dieter Wieland befragt, der in Landshut aufgewachsen ist. Mit seinen kritischen „Topografien“ hat sich der Filmautor einen unvergesslichen Namen gemacht und ein Porträt über seine Heimatstadt sorgte in den 1970er-Jahren für eine heftige Diskussion. Denn schon damals war die Welt nicht mehr so heil, wie sie wirkte.