Lithiums ist der Rohstoff der Zukunft - wichtig für die Energiewende und Elektromobilität. In Bolivien ist er im Überfluss vorhanden. Im Salzsee von Uyuni auf 3.600 Metern steckt der weltweit größte Lithium-Vorrat. Dieser Schatz im Salzsee ist auch Schauplatz eines regelrechten Wirtschaftskrimis. ARD-Korrespondent Matthias Ebert besucht die gegnerischen Seiten des Wettrennens um die Zukunftsressource und spürt den Hintergründen des Wirtschaftskrimis um Lithium nach. Die Sole unter dem bolivianischen Salar de Uyuni soll 21 Millionen Tonnen Lithium enthalten - ein unglaublicher Reichtum. Deutschland hatte 2019 bereits den Zuschlag für den Abbau von Ex-Präsident Morales bekommen. Ein deutsch-bolivianisches Joint-Venture sollte Lithium fördern und in Bolivien eine Batterieproduktion aufbauen. Doch im Oktober 2019 geriet der linke Langzeit-Präsident Morales immer mehr in die Kritik. Deshalb hatte er den Vertrag mit Deutschland kurzerhand annulliert, weil sich lokale Gemeinden am Salzsee gewehrt hatten. Jetzt wird um einen Nachfolgevertrag gerungen - auch die Bundesrepublik rechnet sich Chancen aus. Der Großteil der weltweiten Lithiumreserven liegt im Dreiländer-Dreieck von Bolivien, Chile und Argentinien. Oft stehen indigene Gemeinden dem Abbau kritisch gegenüber. Sie beklagen sinkende Wasserpegel durch den wasserintensiven Abbau mit dramatischen langfristigen Folgen für die Umwelt. Anders als in Bolivien geplant, wird Lithium in Argentinien und Chile meist als Rohmaterial exportiert und im Ausland weiterverarbeitet. Gerade in Chile gilt dies als erfolgreiches Wirtschaftsmodell, von dem aber die ansässigen Bauern kaum profitieren. Stattdessen aber die Unternehmer, die während der Pinochet-Diktatur wertvolle Abbau-Lizenzen erhalten hatten.