Luise, eine junge deutsche Frau, und Mohamed, ein Muslim aus Algerien, hatten trotz aller Schwierigkeiten geheiratet. Luise war konvertiert - mit aller Ernsthaftigkeit und Konsequenz, besonders ihrem liberalen Elternhaus gegenüber.

15 Jahre ist das Paar nun verheiratet. Sie leben mit ihren drei Kindern in Deutschland. Die älteste Tochter Sainab ist elf, der Sohn sieben Jahre und die jüngste Tochter neun Monate alt. In einer Zeit, in der Millionen Menschen den afrikanischen Kontinent verlassen, fällt die Familie eine ungewöhnliche Entscheidung: Sie wandert nach Algerien aus.

Der Film begleitet die Familie über zwei Jahre bei dem mutigen Versuch, in zwei grundverschiedenen Kulturen zu leben. Er zeigt, wie Luise sich im öffentlichen und privaten Raum vortastet und ihre Freiräume erschließt. Sie ist immer noch Außenseiterin, jetzt aber als Deutsche. Der Film führt eindringlich vor Augen, wie Mohamed darum kämpft, dass die Familie in seiner Kultur heimisch wird, und wie er dabei auch selbst mit der Tradition kämpft. Denn 16 Jahre Leben in Deutschland haben auch ihn geprägt.

Wie die Familienmitglieder mit Konflikten umgehen, die zum Beispiel die Kinder in dem autoritär geprägten Schulalltag erleben, zeigt Filmautorin Beatrix Schwehm in Aufnahmen, die auch deshalb so wahrhaftig sind, weil offensichtlich im Laufe der Jahre ein großes Vertrauensverhältnis zwischen Beatrix Schwehm und der Familie entstanden ist. So gelingt es ihr, die vielen Zwischentöne einzufangen, die deutlich machen, wie viel Kraft und Zeit es braucht, in einer neuen Kultur anzukommen und sich zu integrieren.