Ein psychopathischer Triebtäter, der bereits acht Kinder auf dem Gewissen hat, versetzt die Bevölkerung Berlins in Angst und Schrecken. Mit einem Großaufgebot an Beamten versucht die Polizei den Mörder zu fassen, schreckt aber durch ihre permanenten Razzien nur die Berufsverbrecher auf, die nicht mehr unbehelligt ihren alltäglichen Gaunereien nachgehen können. Unter der Leitung eines renommierten Ganoven nimmt die Unterweltorganisation die Sache selbst in die Hand und macht den Kindermörder mit Hilfe eines Netzes von Spitzeln ausfindig. Vor ein Unterwelttribunal gestellt, versucht der Killer sich vergeblich zu rechtfertigen und entkommt dem aufgebrachten Lynchmob nur durch das Erscheinen der Polizei im letzten Moment. - Fritz Langs Meisterwerk "M - Eine Stadt sucht einen Mörder" ist ein subtil inszeniertes Drama mit Gustaf Gründgens, Theo Lingen, Otto Wernicke und Peter Lorre in seiner berühmtesten Rolle. Hans Beckert, ein Lustmörder, der bereits acht Kinder auf dem Gewissen hat, führt rein äußerlich das unauffällige Leben eines unbescholtenen Bürgers im Berlin der dreißiger Jahre des vorigen Jahrhunderts. Als Beckert erneut zuschlägt und sich in einem anonymen Bekennerbrief sogar an die Zeitungen wendet, bricht eine Massenhysterie aus - jeder verdächtigt jeden. Inspektor Karl Lohmann, Kriminalkommissar bei der Mordkommission, setzt Himmel und Hölle in Bewegung, um den Täter zu fassen. Seine ständigen Razzien in einschlägigen Etablissements führen jedoch nicht zum Erfolg, schrecken aber die Berufsverbrecher auf, die ihre Gaunereien, Einbrüche und Diebstähle unter dem großen Polizeiaufgebot nicht mehr ungestört durchführen können. Der "Schränker", ein respektabler, wegen mehrfachen Totschlags gesuchter Ganove, setzt sich mit den führenden Köpfen verschiedener Verbrecherorganisationen zusammen und schlägt vor, dass die Unterwelt die Angelegenheit selbst in die Hand nimmt. Die Organisation der Bettler überzieht die Stadt daraufhin mit einem lückenlosen Spitzelnetz, in dem Beckert sich verfängt, nachdem ein blinder Bettler ihn am Pfeifen einer Melodie wieder erkannt hat. In einem improvisierten Gerichtsverfahren tritt der Kindermörder vor das Tribunal der Unterwelt und versucht verzweifelt zu erklären, er sei ein Getriebener, der hilflos einem Mordimpuls folge. Als die aufgebrachten Ganoven den Psychopathen lynchen wollen, erscheint die Polizei ... - Fritz Langs erster Tonfilm "M - Eine Stadt sucht einen Mörder" zählt zu den Meisterwerken des deutschen Vorkriegskinos. Durch präzise Alltagsbeobachtungen, klare Figurenzeichnungen und die filmisch virtuose Schilderung der Menschenhatz erzeugt der expressionistische Kriminalfilm bis zuletzt atemlose Spannung - obwohl der einzige Mord nur durch das Rollen eines Balles und das Wegfliegen eines Luftballons angedeutet wird. Zeitungsberichte über den Serienmörder Peter Kürten inspirierten Lang und seine Ehefrau Thea von Harbou zu einem Film über einen seelisch kranken Kindermörder, den Peter Lorre in seiner ersten Filmrolle so eindringlich verkörperte, dass er von diesem Image nie mehr ganz loskam. Das hr-fernsehen zeigt eine im Jahr 2000 restaurierte Fassung, in der fehlende Szenen ergänzt und der Ton digital aufbereitet wurde.

Darsteller:
Hans Beckert, der Mörder: Peter Lorre
Der Schränker: Gustaf Gründgens
Inspektor Karl Lohmann: Otto Wernicke
Taschendieb: Paul Kemp
Bauernfänger: Theo Lingen
Polizeichef Gröber: Theodor Loos
Elsie: Inge Landgut
Blinder Bettler: Georg John
Frau Beckmann: Ellen Widmann
Straßendirne: Hertha von Walther
Polizeichef: Ernst Stahl-Nachbaur
Betrüger: Fritz Odemar
Beckerts Verteidiger: Rudolf Blümner
Elisabeth Winkler: Rosa Valetti
Mann: Heinrich Gretler
sowie Ilse Fürstenberg
und andere
Drehbuch: Thea von Harbou und Fritz Lang,
nach einem Zeitungsbericht von Egon Jacobson
Musik: Edvard Grieg
Kamera: Fritz Arno Wagner
Regie: Fritz Lang