Der Vater, 78 Jahre alt, ist dement und kann nicht mehr sprechen, die Mutter, 72 Jahre alt, ist halbseitig gelähmt und sitzt seit einer Hirnblutung vor sechs Jahren im Rollstuhl. Es sind die Eltern von Filmautor Benedikt Fischer.

Beide haben all die Fähigkeiten verloren, die früher ihre Stärken waren. Die stets rührige Mutter hat nur noch einen Arm und ein Bein zur Verfügung, der einst hochintellektuelle Vater beherrscht nur noch die Sprache der Emotionen, kann sich nur noch im Lachen und im Weinen mitteilen.

Sehen so Vorbilder aus? Können Eltern Vorbilder sein, auch noch wenn sie schwach, pflegebedürftig und hilflos geworden sind? Am Beginn des Lebens sind die eigenen Eltern die natürlichen und die ersten Vorbilder. Ihr Einfluss prägt, oft ein Leben lang - im Guten wie im Schlechten. Aber müssen Vorbilder perfekt sein?

Die sehr persönliche Erzählweise, wie Filmautor Benedikt Fischer über seine alt gewordenen Eltern nachdenkt, macht diesen Film für den Zuschauer nachvollziehbar. Es geht um den Prozess des eigenen Erwachsenwerdens, um die Frage nach Alter und Würde. Letztlich geht es um die alle betreffende Frage, wie man persönlich mit Verfall und dem langsamen Sterben umgehen kann, ohne dabei die Würde zu verlieren.

"Meine Eltern" ist die Fortsetzung des gleichnamigen Kurzfilms, der 2008 sowohl mit dem Robert-Geisendörfer-Preis der EKD als auch mit dem Katholischen Medienpreis ausgezeichnet wurde.