Die Schiffe der Hurtigroute haben die Schönheiten des Hardangerfjords längst für sich entdeckt. Der Abstecher von der Hafenstadt Bergen ins Landesinnere gehört für viele Boote fest zur Tour. Der Hardangerfjord ist einer der längsten und tiefsten Fjorde an der norwegischen Küste.

Auf den Bergen liegt noch Schnee, während unten an den Ufern die Obstblüte beginnt. Der Hardangerfjord ist berühmt für seine Apfel- und Birnenplantagen, die sich vor allem im Landesinneren entlang der Hänge hochziehen. Arne Lutro ist einer der vielen Obstbauern in der Region.

Seit mehreren Generationen lebt seine Familie vom Obstgeschäft. In seinem Heimatdorf - das ebenfalls Lutro heißt - wird an Mittsommer immer eine ganz besondere Tradition gepflegt: die Kinderhochzeit. Die Filmautorin Claudia Buckenmaier hat Menschen am Fjord getroffen, die sich bewusst für ein Leben in der Region entschieden haben.

Per Ragnar Kjepso lebt mit seiner schottischen Frau auf einem Hof auf halber Höhe in den Bergen über dem Fjord. Früher arbeitete er unter der Woche als Ingenieur in Bergen, seine Frau lebte mit den fünf Kindern auf dem Hof. Per Ragnar weiß, dass herkömmliche Landwirtschaft oben am Berg nicht mehr betrieben werden kann, aber er hofft, dass der Hof erhalten bleibt: als ein Ort, zu dem man gerne zurückkehrt.

Oberhalb eines Seitenarms des Hardangerfjords, dem Fyksesund, hat Claudia Buckenmaier Jon Skaar getroffen. Er ist Mitte achtzig und lebt alleine auf einem Einödhof, mit seinen Büchern, denn der Mann mit dem weißen Rauschebart will teilhaben an dem, was draußen in der Welt passiert.

Leben am Hardangerfjord: Die Natur stellt die Menschen vor Herausforderungen, übt aber auch einen so großen Reiz aus, dass diejenigen, die dem Fjord einmal verfallen sind, nicht mehr weg wollen.