Die Rominter Heide im äußersten Osten Ostpreußens war einst das bevorzugte Jagdgebiet der Hohenzollern, später dann der Nazis. Heute durchzieht die russische Grenze den Urwald, in dem noch immer Rothirsche, Elche, Luchse und Wölfe leben: ein naturbelassener Wald mit uralten Eichen, Fichten und Kiefern, mit einsamen Waldseen, Brüchen, Schonungen und Mooren.

Filmautor Wolfgang Wegner macht sich zwischen Goldap und Szittkehmen auf die Suche nach Geschichten aus Vergangenheit und Gegenwart, begegnet Menschen am Rande der Rominter Heide: Förstern, Waldarbeitern, Bauern, Handwerkern, Jungen und Alten, einer Lehrerin, die Deutschunterricht gibt, einem Pfarrer, der Trost spendet in Zeiten der Massenarbeitslosigkeit hier im äußersten polnischen Nordosten. An der Grenze zu Russland patrouillieren polnische Soldaten. Deutsche Töne hört man nur selten in den kleinen Orten rund um den Zauberwald. Aus Ostpreußen wurde nach dem Krieg die polnische Woiewodschaft Warmia i Masuri, der Regierungsbezirk Ermland und Masuren, aus der Rominter Heide die Puszca Romicka. Was geblieben ist, sind die alten Backsteinhäuser, erbaut in preußischer Zeit, und ein paar unkrautüberwachsene Gleise, über die einst die Personenzüge von Lyck über Goldap nach Gumbinnen bummelten.

Ein Film von Wolfgang Wegner
Sendung: hr-fernsehen, "Ostpreußens Zauberwald", 07.01.2021, 10:35 Uhr