Sie kennen sich nicht und werden zwei Tage zusammen verbringen: Jilly Latumena wohnt in einem Bauwagen, hat ein Tiny House, acht Meter lang und etwa zweieinhalb Meter breit, am Rande von Darmstadt. Das Bett klappt sie tagsüber hoch, heizen kann sie nur mit Holz, ihr Besitz passt auf einen Anhänger, die Kosten fürs Wohnen sind extrem niedrig.

Jilly trifft auf Tina Humburg, die von sich selber sagt, sie verliebe Menschen in Immobilien. Das Ziel: Wohnungen und Häuser schneller und teurer zu verkaufen oder zu vermieten. "Home-Staging" nennt man das. Für "Puls 180" verbringen beide Frauen jeweils einen Tag in der Lebenswelt der anderen. Die Bauwagensiedlerin betritt die Welt der Immobilien: Sie erlebt, wie die Home-Stagerin leere Wohnungen geschickt dekoriert und kurzzeitig mit Möbeln ausstattet, damit sie unter den Immobilien-Anzeigen hervorragen.

Jilly Latumenas Tiny House: Sie wohnt in einem Bauwagen.

Die junge Bauwagenbesitzerin, die sich bewusst für ein minimalistisches Leben entschieden hat, trifft auch auf Makler und Projektentwickler. Schnell kommt es zu Diskussionen über Immobilienpreise und Wohnungsnot - und darüber, wie viel Platz und Luxus man wirklich braucht. Denn Jilly findet, dass jeder, egal welchen Beruf er hat, gesellschaftliche Verantwortung übernehmen muss. Die Immobilienbranche trägt für sie eine Mitschuld daran, dass Wohnen für immer mehr Menschen unbezahlbar wird.

Eine leere Wohnung, von der Home-Stagerin Tina Humburg geschickt dekoriert und kurzzeitig mit Möbeln ausstattet, damit sie unter den Immobilien-Anzeigen hervorragt.

Die Home-Stagerin dagegen sieht sich als Dienstleisterin, die auch den Wohnungssuchenden hilft. Auf dem Bauwagenplatz erlebt Tina Humburg, wie reduziert und einfach das Leben dort ist, und trifft umweltbewusste Aussteiger und Konsumverweiger. "Puls 180" erzählt, wie unterschiedlich und wie heftig das Thema Wohnen die Menschen bewegt.