Marcus lebt mit seinen Eltern und 300 Rindern auf einer kleinen Ranch im Wilden Westen von Amerika. Die "O'Neil - Ranch" wurde vor über 100 Jahren von Viehdieben in Nevada gegründet und ist so groß wie eine deutsche Kleinstadt. Seine Eltern, Ruby und Domingo, kümmern sich ganz alleine um die Ranch. Deshalb muss Marcus jeden Tag mit anpacken: Rinder füttern, Traktor fahren und Stall ausmisten.

Weil es bis zur nächsten Schule viel zu weit ist, wird Marcus zu Hause von seiner Mutter am Computer unterrichtet, beim sogenannten Homeschooling. Der Vorteil, es gibt keine Hausaufgaben. Dafür lernt Marcus eine Menge wichtiger Dinge von seinem Vater: Autofahren in der Wüste, Lasso werfen, alles über die gefährlichen Klapperschlangen und den richtigen Umgang mit den unberechenbaren Bullen. Einmal in der Woche trifft er sich auch mit seinen beiden Freunden von der Nachbarranch, die 12 Kilometer entfernt liegt. Mehr Menschen leben hier nicht. Trotzdem fühlt sich Marcus hier nicht einsam. Er liebt es, in der Steppe umherzustreifen und die Natur zu spüren, auch wenn es im Winter manchmal minus 30 Grad kalt wird und im Sommer richtig heiß. Seit ein paar Wochen bereitet er sich auf ein besonderes Wochenende vor. Da müssen alle neuen Rinder geimpft und mit einem Brandzeichen markiert werden. Dazu muss man die Tiere mit dem Lasso vom Pferd aus einfangen. Beim "Roping" braucht man eine spezielle Technik und die ist gar nicht so einfach zu lernen. Marcus übt deshalb jeden Tag hinter der Scheune an einem Holzrind für den Ernstfall. Seine Mutter glaubt, dass er inzwischen alt genug ist, die wilden Kälbchen mit dem Lasso einzufangen und Marcus möchte seine Eltern gerne beim "Branden" der Rinder entlasten. Ob es ihm gelingt?

Ein Film von Guido Holz.