Der tanzt verdammt gut, dachte sich Yannick, als er Valentin vor zwei Jahren zum ersten Mal bei einem deutschen Ballettwettbewerb sah. Nicht schlecht, was der kann, dachte Valentin über Yannick. Seit einem Jahr stehen die beiden nun zusammen auf der Bühne. Vier Mal im Jahr treffen sich die beiden bei den „Tanzteenies“. Dort tanzen sie klassisches Ballett, Modern Dance oder Volkstanz.

Sie trainieren zusammen, plaudern und fragen sich immer mal wieder, warum man es als Junge, der ins Ballett geht, eigentlich so schwer hat. Valentin ist 12, lebt in Augsburg. Seit er 6 ist, geht er ins Ballett. Jeden Tag. In seiner Ballettklasse, in der fast alle aus Russland abstammen, ist er der einzige Junge. Für die Mädchen dort ist das kein Problem. Anders für manche Jungs draußen: „Rosa Ballerina“ und „Schwuchtel“ muss er sich immer wieder anhören. Yannick kennt das. Obwohl zwei Jahre älter, machen sich andere Jungs über ihn lustig. Jeden Tag, sagt Yannick. Das findet er zwar krass, aber er hat gelernt, einigermaßen damit umzugehen. Denn Yannick ist quasi mit Ballett aufgewachsen. Seine Mutter leitet eine Ballettschule. Als Yannick drei war, hopste er dort schon zum ersten Mal herum. Zwar wohnen die beiden ein ganzes Stück auseinander, aber Yannick ist für Valentin so etwas wie ein großer Bruder geworden. Und jetzt denken die beiden darüber nach, mal was Gemeinsames anzupacken: einen Tanz zu zweit.

Ein Film von Marco Giacopuzzi