Es ist wohl die schrecklichste Vorstellung für alle Eltern: Man lässt sein Kind für ein paar Sekunden aus den Augen - und plötzlich ist es spurlos verschwunden. Für den Polizisten Tom Adkins wird dieses Horrorszenario zur Wirklichkeit. In einem Restaurant geht er kurz zur Toilette, und bei seiner Rückkehr sitzt sein zehnjähriger Sohn Tommy nicht mehr am Tisch.

Die Suche nach dem Jungen verläuft ergebnislos, man findet weder eine Spur noch eine Leiche. Jahre vergehen, in denen Tom versucht, Schmerz und Schuldgefühle in Arbeit zu ersticken. Eines Tages wird er mit einem Fall betraut, der alle verdrängten Emotionen wieder aufleben lässt: Auf einer Baustelle hat man die vergrabenen Überreste einer Kinderleiche entdeckt. Der Mord an dem Kind liegt zwar fünfzig Jahre zurück, dennoch stößt Tom auf erstaunliche Parallelen zum Verschwinden seines eigenen Sohnes. Während er Stück für Stück die Umstände des Falls freilegt, erzählt der Film in Rückblenden die tragische Geschichte des ermordeten Jungen namens John und seines verwitweten Vaters Matthew. Auch dieser, ein mittelloser Tagelöhner, hatte seinen Sohn nur für wenige Minuten alleine gelassen. Je mehr sich Tom Adkins in den Fall vertieft, desto stärker kristallisiert sich heraus, dass er mit der Aufklärung dieses lange zurückliegenden Mordes auch herausfinden wird, was mit seinem eigenen Kind geschehen ist.

Auf elegante Weise lässt Regisseur Anders Anderson in dem Kriminaldrama "Tödliche Augenblicke" Gegenwart und Vergangenheit ineinanderfließen, um die Geschichte von zwei Männern zu erzählen, deren Schicksal sich auf mysteriöse Weise ähnelt. Die ein halbes Jahrhundert auseinanderliegenden Zeitebenen nutzt er, um zwischen zwei erzählerischen Formen wechseln zu können: Die Ermittlungen des Detectives inszeniert er im Stil eines klassischen Krimis, dagegen wird in der Geschichte des Gelegenheitsarbeiters Matthew und seines geistig leicht zurückgebliebenen Sohnes John ein faszinierendes Zeitbild des ländlichen Amerikas der ausgehenden 1950er Jahre gezeichnet. In beiden Erzählsträngen setzt Anderson auf präzise ausgearbeitete Figuren und gibt seinen Hauptdarstellern viel Raum, um ihre Charaktere zu entfalten. Neben Josh Lucas beeindruckt vor allem Jon Hamm, der spätestens seit seiner Hauptrolle in der gefeierten Kultserie "Mad Men" als neuer Star der amerikanischen Schauspielszene gilt.

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Darsteller:

Matthew Wakefield: Josh Lucas
Tom Adkins sr.: Jon Hamm
Barbara Adkins: Rhona Mitra
"Professor" Bert Rogianni: James van der Beek
Sally Ann: Jessica Chastain
John Wakefield: Jimmy Bennett
Rose Montgomery: Morena Baccarin
Coral: Kali Rocha
Sally Ann (70 Jahre alt): Rutanya Alda
Chief: Jude Ciccolella
Pete Dunn: Marcus Thomas
Edvina: Beth Grant
Anwalt: Ray Proscia
Jonas: Michael Cudlitz
Luke Wakefield: Sam Hennings
George Montgomery: Benjamin Burdick
und andere
Drehbuch: Glenn Taranto
Musik: Trevor Morris
Kamera: Andy Steinman
Regie: Anders Anderson

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