Feinfühlig erzählt, wunderbar fotografiert und als Kinoerlebnis montiert, interessiert sich der Film dafür, wie es Menschen geht, die an Wendepunkten ihres Lebens stehen. So wie Malú, Odette und Juani, die für ein Leben im für sie richtigen Körper kämpfen.

Malú ist Aktivistin und Wortführerin in der Transgender-Community und wartet schon seit Jahren auf ihre Chance zur OP. Odette sagt von sich, sie sei der beste Panzerfahrer Kubas gewesen. Streng religiös lebt sie in ständigem Zwist mit ihrer Mutter und Großmutter und bestreitet ihren Lebensunterhalt als Ziegenhirtin. Juani sagt, er sei der erste transsexuelle Kubaner und erzählt, dass es wegen des Embargos jahrelang kein Testosteron für seine Behandlung gab.

Der Film taucht tief in die kubanische Gesellschaft ein und zeichnet – fern von Klischees – eine kenntnisreiche Innensicht des Landes, mehr als 50 Jahre nach der Revolution. In seinem Film gelingen Regisseur Daniel Abma nicht nur wunderbare, lebenspralle und sehr überraschende Porträts von Transsexuellen in Kuba. Es ist auch eine kenntnisreiche Innenansicht der heutigen kubanischen Gesellschaft und ihrer Umbrüche, der Blick auf ein Land, das selbst vor einer großen, alles verändernden Umwandlung steht.

Ein Film von Daniel Abma