Ihre bedingungslose Liebe gilt Galatasaray Istanbul: ultrAslan ist eine der größten Fan-Gruppierungen im internationalen Fußball und weit mehr als ein reiner Fan-Club. Ein ultrAslan zu sein ist eine Lebenseinstellung. Ümit Uludags Dokumentarfilm begleitet drei Mitglieder des deutschen Arms von "ultrAslan" über einen Zeitraum von drei Jahren. Es geht nicht nur um die großen Spiele, sondern auch um den Alltag.

Der Film erlaubt einen Blick ins Privatleben, das die Protagonisten Ibrahim, Ogulcan und Ilker mit ihrem Engagement vereinbaren müssen. Der Verein und die Ultras stehen fast immer auf Platz 1. Im Alltag helfen sich die Mitglieder des Netzwerks in jedem Lebensaspekt. Ob beim Job, der Wohnungssuche, beim Umzug oder der Hochzeit: in der verschworenen Gemeinschaft steht jeder für den anderen ein - genau wie im Stadion. ultrAslan: das bedeutet Identität. Die Hingabe zum Club und seinen Werten, das zeigt der diskret beobachtende Film, ist immer auch Kommentar zur emotionalen Heimat der deutsch-türkischen Protagonisten: "Wir sind hier integriert, vergessen aber nicht, wer wir sind." Ümit Uludag lässt die Protagonisten für sich sprechen, ohne zu bewerten, ohne zuzuspitzen. "Die Freunde aus der Gruppe füllen einen großen Teil meines Lebens aus. Da gibt es keine Deutschen", sagt Ibrahim. Das Ergebnis ist die faszinierende Innenansicht einer ansonsten kaum zugänglichen türkisch-deutschen Subkultur, die von Männerbünden, Ritualen und Solidarität erzählt, und die sich fast beiläufig, mal humorvoll, mal nachdenklich, mit wichtigen Fragen zu Migration und Integration auseinandersetzt.

Ein Film von Ümit Uludağ,
Sendung: hr-fernsehen, "ultrAslan - Die Fans von Galatasaray Istanbul", 03.01.2021, 01:30 Uhr