Jahrzehntelang stand Uschi Glas im Blitzlichtgewitter als "Schätzchen der Nation", genoss ihre Bekanntheit, bemüht sich jedoch um ein intaktes Privatleben. Dann folgte eine Zeit schwerer Rückschläge. Inzwischen bekommt sie wieder Filmrollen, die sie ausfüllen. Und sie hat eine neue Liebe gefunden. Ihr zweiter Mann und sie kümmern sich gemeinsam mit ihrem Verein "BrotZeit" um benachteiligte Schulkinder.

Uschi Glas wuchs in Landau an der Isar auf. Auch weil ihre Familie evangelisch war, bekam Uschi früh mit, was Ausgrenzung ist. Als das Geld für das Abitur nicht reichte, machte sie einen Abschluss als technische Zeichnerin und fand 1964 in München Arbeit. Dort führte die begeisterte Kinogängerin bei einer Premiere hitzige Gespräche mit Filmleuten.

Bald bot man ihr eine kleine Rolle an. Dabei blieb es nicht: Als "Winnetous Schwester Apanatschi" wurde sie schnell bekannt, mehr noch durch May Spils‘ Schwabinger Komödie "Zur Sache Schätzchen". Damit gilt sie jahrzehntelang als "Schätzchen der Nation".

Dann brachen Kinofilm- und Fernsehanfragen weg, ihre Ehe scheiterte nach fast 30 Jahren, und der älteste Sohn musste mehrmals ins Gefängnis. Hämische, schmerzliche Presse begleitete sie, bis sie sich für ein Jahr komplett aus der Öffentlichkeit zurückzog.

Dann gründete sie mit ihrem jetzigen Mann Dieter Herrmann den gemeinnützigen Verein "BrotZeit", der jeden Morgen an 135 Schulen benachteiligten Kindern ein Frühstück anbietet. Uschi Glas steht auch wieder vor der Kamera. Doch sie weiß um die Unbeständigkeit des Filmgeschäfts. "Das Leben bricht mich nicht", sagt sie, denn "mein Schicksal bin ich selber".