Was das Bauen in den gesamten Alpen verbindet, ist das Augenmerk auf Tourismus- und Wintersportarchitektur. Auch in Bayern sind es oft Bergstationen und Ferienhäuser, die sich gestalterisch auf neues Terrain wagen.

In Garmisch-Partenkirchen macht die neue Olympia-Sprungschanze Zaha Hadids Bergiselschanze Konkurrenz und nicht weit entfernt, im Karwendelgebirge, blickt ein überdimensioniertes Fernrohr aus Stahl, Beton und Lärchenholz in die spektakuläre Berglandschaft.

Im Allgäu ist es vor allem das Architektenbüro Noichl und Blüml, das sich durch den Bau moderner Bergstationen einen Namen gemacht hat.

Preisgekrönte Alpen-Architektur findet sich am Fuße des Wendelsteins, wo der Münchner Architekt Florian Nagler für das Hotel Tannerhof schlanke Wohntürme aus Holz entworfen hat, die sich am Vorbild der ursprünglichen Gästehütten orientieren und diese zeitgenössisch interpretieren.

Die ebenfalls ausgezeichnete "berge" von Möbeldesigner Nils Holger Moormann in Aschau schlägt genauso eine Brücke zwischen Historie und Moderne. Moormann renovierte ein fast 400 Jahre altes Haus mitten im Ort und baute es so um, dass es heute als rustikales Gästehaus mit urbanem Flair den höchsten Ansprüchen designaffiner Kundschaft genügt und trotzdem urgemütlich wirkt.

Auch das Ferienhaus von Arnhard und Eck Architekten in Oberaudorf schafft den Spagat zwischen urbaner Modernität und dörflicher Bodenständigkeit. Das relativ kleine Satteldachgebäude mit seiner traditionellen Holzverkleidung wirkt auf den ersten Blick recht unscheinbar. Im Innern entpuppt es sich aber als sorgfältig gestaltetes Raumwunder, das auch den Ansprüchen junger Großstädter genügt und neue Feriengäste in den beschaulichen Luftkurort lockt.

Auch dieser Film der Reihe zeigt anhand vielfältiger Beispiele, dass qualitätsvolle Architektur für die Alpenregionen zukunftsträchtig ist.


Sendung: hr-fernsehen, "Vom Bauen in den Bergen", 25.07.2021, 07:40 Uhr