Anfang 2016 strandeten dreißig Pottwale an der Nordseeküste. Zwanzig von ihnen verendeten qualvoll vor deutschen Deichen. Die Bilder der sterbenden Wale bewegten Wissenschaftler, Medien und viele Bürger gleichermaßen.

Pottwale sind mit bis zu 20 Metern Körperlänge und 60 Tonnen Gewicht die größten Raubtiere der Erde. Sie jagen in der Tiefsee nach Tintenfischen. Warum haben sich 30 Walbullen in die flache Nordsee verirrt? War es das zur Jahreswende wütende Sturmtief Frank, das die Riesen in die Nordsee warf? Folgten die Wale der vom Sturm verdrifteten Beute, den Tintenfischen? Geriet ihre Navigation durcheinander, oder hat extremer Lärm die Wale taub und damit orientierungslos gemacht?

Der Meeresbiologe, Taucher und Naturfilmer Florian Graner will den Grund für die Strandungen herausfinden. Seine Spurensuche beginnt dort, wo die Pottwalbullen herkamen – am Polarkreis vor Norwegens Küste. Auch andere Walarten, die vor Norwegen leben, tauchen immer wieder hierzulande auf.

Seit 2015 werden vermehrt Finn-, Buckel- und Zwergwale sowie Delfine vor unseren Küsten gesichtet. Große Tümmler schwimmen in die Ostseeförden und nähern sich Menschen ohne Scheu. Auch ein Orca liegt plötzlich tot am Strand vor Sylt. Warum werden gerade jetzt die verschiedensten Walarten in der Nord- und Ostsee beobachtet? Florian Graner recherchiert und findet überraschende Erklärungen.