"Im Anfang schuf Gott Himmel und Erde; die Erde aber war wüst und wirr, Finsternis lag über der Urflut, und Gottes Geist schwebte über dem Wasser." Millionen von Menschen auf der ganzen Welt halten am Weihnachtsabend 1968 inne, als der Astronaut Bill Anders die Schöpfungsgeschichte vorliest - knapp 400.000 Kilometer entfernt von der Erde - und dann eine der berühmtesten Fotografien der Zeitgeschichte macht.

Zweimal hatte das Raumschiff da schon den Mond umkreist, als Kommandant Frank Borman ein klein wenig dessen Ausrichtung änderte - und seinen Augen nicht traute. "Oh Gott! Seht euch dieses Bild da an", rief er den beiden anderen Astronauten der "Apollo 8"-Mission zu. "Hier geht die Erde auf. Mann, ist das schön!" Kollege William Anders griff nach einer Kamera, schraubte das längste Objektiv drauf, das er finden konnte, und knipste los. "Ich habe einfach klick-klick-klick-klick-klick gemacht", erinnert sich Bill Anders. Heraus kam eines der wohl bekanntesten Fotos der Welt: "Earthrise" – "Erdaufgang". Für viele der Beginn der Umweltbewegung, so klein und zerbrechlich wirkte die Erde darauf.

Die Dokumentation "Weihnachtsbotschaft aus dem All – Als die Hessen vor 50 Jahren die Erde entdeckten" widmet sich diesem historischen Ereignis und stellt Zeitzeugen wie den damals 28-jährigen Journalisten Frank Franke vor, der den Flug von Apollo 8 an Heiligabend 1968 live im Fernsehen verfolgt hat und den das Ereignis nie mehr losgelassen hat. Und nicht nur ihn. Neben dem Luftfahrtexperten aus Frankfurt erinnern sich unter anderem auch der hessische Ministerpräsident Volker Bouffier, der Astronaut Thomas Reiter, "Tatort"-Kommissar Wolfram Koch, Eiskunstlauf-Ikone Marika Kilius und die Grünen-Mitbegründerin Jutta Dittfurth an die spannenden Momente aus dem All.

Die Autoren Guido Holz und Stefan Aust haben für die Dokumentation auch den Astronauten Bill Anders in den USA besucht, in den NASA-Archiven seltenes Filmmaterial aufgestöbert und die Originalaufnahmen der Weihnachtsbotschaft aus dem All mit nach Hessen gebracht.