Wie wollen wir leben? Das ist eine Frage, die sich viele Menschen stellen, und die manche, oft junge Leute, dazu bringt, bekannte Wege zu verlassen und Neues auszuprobieren. Im deutschen Südwesten, aber auch anderswo auf der Welt. Immer mehr Menschen wollen in Städten leben, denn dort gibt es Jobs, aber immer weniger Wohnraum.

Die Folge: explodierende Mieten, immer mehr zugebaute Flächen, steigender Energieverbrauch. Was tun? Sich verkleinern. Der Film begleitet Alice Beaulat und Jonas Quack in Freiburg beim Umzug in ein sogenanntes Tinyhouse: 20 Quadratmeter auf Rädern, bezahlbar und flexibel. Ein Hersteller im badischen Rheinau hat als erster das Experiment Minihaus gewagt und kann sich inzwischen kaum retten vor Aufträgen. Bei Familie Gmeiner wird es bald zu eng, wenn das zweite Kind kommt. Weil sie aber mitten in Konstanz bleiben wollen, bauen sie um, nutzen jeden Winkel aus. Winkel nutzt auch das schmalste Haus der Welt in Warschau, keine zwei Meter breit, zwischen zwei Gebäuden. Eine andere Möglichkeit: schwimmende Wohncontainer. Jede Stadt, die Wasser hat, kann sie andocken. Oder man verkleinert sich, indem man Räume gemeinschaftlich nutzt: Bibliothek, Arbeits- oder Gästezimmer muss nicht jeder für sich alleine haben. Wohnen auf wenig Raum - ein Film aus dem deutschen Südwesten mit Blicken in die Welt.

Ein Film von Joana Jaeschke und Esther Saoub
Sendung: hr-fernsehen, "Wohnen auf wenig Raum", 22.04.2021, 23:00 Uhr