Eine etwas andere Bergwanderung in Österreich: Andrea Grießmann ist in der Hochsteiermark unterwegs wie vor hundert Jahren - mit Eseln, die das Gepäck tragen.

Zusammen mit einer kleinen Gruppe legt sie täglich rund zwölf Kilometer zurück, übernachtet wird in einfachen Gasthäusern und Berghütten. Die große Herausforderung der siebentägigen Tour: sich auf den besonderen Charakter der Esel einzulassen, ihrem Rhythmus und Instinkt zu folgen. Gelingt das, kommt die Seele zur Ruhe und der herrlichen Natur der Hochsteiermark mit ihren Bergen, Wäldern, Almen und Seen auf magische Weise nahe.

Start ist in Halltal auf dem Eselhof von Judita van den Berg, die die Tour auch begleitet. Über Mooshuben geht es zum Lechnerbauernhof, von dort auf den 1.699 Meter hohen Tonion in den Mürzsteger Alpen. Über Oisching und die Lasingeralm wandert die Gruppe weiter zum Wallfahrtsort Mariazell und mit einem Abstecher über den Hubertussee zurück nach Halltal.

Esel sind störrisch und eigenwillig - oder sensibel und klug? Andrea Grießman und ihre Mitwanderer machen ihre ganz persönlichen Erfahrungen, bis jeder ein Paar mit "seinem" Esel geworden ist. Die Langohren sind für das Gehen über weite Strecken ausgebildet. Sie tragen Lasten bis zu vierzig Kilogramm, sind trittsicher und vorsichtig. Nur bei Regen gehen sie keinen Schritt.

Unterwegs begegnen Andrea Grießmann und ihre Trekkingfreunde interessanten Menschen wie der Bäuerin Claudia Schneck, die uralte Tierrassen züchtet, oder dem Jägerpaar Sabrina Kerschbauer und Michael Vogler, die Jagd als Naturschutz betreiben. Johann Lasinger ist auf seinem Landbesitz wie ein Cowboy zu Pferd unterwegs und weiß, wo wilde Orchideen blühen.

Den wichtigsten Wallfahrtsort Österreichs erreicht die Gruppe gegen Ende der Tour. In Mariazell wird die Gnadenstatue "Magna Mater Austriae" verehrt und ein Kräuterlikör hergestellt, dem Heilwirkung nachgesagt wird. Die Gruppe will sich die mechanische Krippe der Familie Habertheuer ansehen - und die Esel segnen lassen, bevor es zurück in den Heimatstall geht.